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„Nach Jahrzehnten geht er nicht mehr an.“ --- Der Akku so: „Challenge accepted.“
Ausgangslage: Verkäufer schreibt ehrlich, dass der funktionstüchtig eingelagerte Amiga 2000 nach mehreren Jahrzehnten nicht mehr angeht. Wenn Computer vernünftig gelagert werden, werden sie normalerweise nicht „einfach so“ schlecht --- aber Akkus sind keine Computer. Ergebnis: Lüfter läuft, sonst tote Hose. Also: Akku raus, Lauge neutralisieren, Board waschen, CPU-Sockel ersetzen und Leiterbahnen jagen. Am Ende: Boot, Tests, sogar XT-Karte --- und ein weiterer A2000 überlebt.
„War eingelagert, jetzt tot.“ --- ja, klingt nach Akku.
Der Verkäufer war erfreulich ehrlich: Der Amiga 2000 wurde funktionstüchtig eingelagert, aber nach mehreren Jahrzehnten geht er nicht mehr an. Er kann sich „überhaupt nicht erklären“, was passiert ist, alles wäre im Haus gelagert worden. Er wollte mit den Kindern mal wieder Retro-Spiele ausprobieren --- und dann kam beim Einschalten nur noch die große Enttäuschung: nichts.
Computer werden bei vernünftiger Lagerung selten spontan schlecht. Akkus dagegen sind eher so ein Langzeitprojekt mit eigenem Willen. Äußerlich sah der Rechner ordentlich aus --- aber das interessiert die Lauge nicht.
Innen war ich im ersten Moment sogar positiv überrascht (img1–img3): Es wirkt, als sei kaum etwas passiert. Komisch eigentlich, dass er nicht mehr gehen soll. Ein schneller Test zeigt: der Verkäufer hat sich nicht geirrt. Beim Einschalten passiert nichts --- außer dem Geräusch des Lüfters.
Akku raus, Lauge neutralisieren, dann Wasser --- ja, Wasser.
Also kommt das Board ganz raus und als erstes löten wir den Akku aus. Wie immer ist das eine ziemliche Tortur, weil das korrodierte Lötzinn auch nach Zugabe von frischem Lötzinn extrem schlecht Wärme leitet. Aber das ist nicht der erste Amiga-2000-Akku --- und auch hier gewinne ich wieder.
Danach sieht man es klarer: Der CPU-Sockel hat übel was abbekommen, und daneben sehen die Vias (Durchkontaktierungen) auch nicht gut aus. Da sind garantiert ein paar Leitungen durch.
Also erst einmal gründlich sauber machen: Lauge mit Essig neutralisieren, dann ab in die Badewanne (img5). Stromfrei ist das unkritisch --- und danach wird eben konsequent getrocknet.
Nach der Reinigung kann man wieder vernünftig hinschauen (img6). Bei der Gelegenheit: es ist eine Revision 4.4 (img7).
CPU-Sockel: irreparabel. Leiterbahnen: Überraschungsparty.
Boot, Tests, Karten --- und dann ist Ruhe. Schön.
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Fotostrecke: Akkulauge, Sockel, Agnus, Tests.