Zur Retro-Übersicht
Alle Retro-Seiten auf einen Blick.
Ein 264er wie aus der Zeitkapsel — aber mit den üblichen 264er-Problemen.
Dieser Commodore 16 ist äußerlich und innerlich in einem Zustand, der fast unverschämt gut ist. Genau das ist typisch für die 264er-Familie (C16, C116, Plus/4): Viele Geräte wurden gekauft, kurz ausprobiert --- und dann frustriert weggestellt. Der Grund ist selten Technik, sondern eher die Realität: farbenfroh ja, aber ohne Sprites für Spiele ein ziemlicher Fehlgriff.
Der C16 sieht aus, als hätte ihn niemand benutzt.
Der Commodore 16 ist in einem sehr schönen Zustand --- sowohl äußerlich als auch von innen. Von oben und unten ist er erstaunlich sauber, selbst das Typenschild sieht aus wie frisch aus dem Karton. Innen: keine Bastelspuren, keine Korrosion, kein Staubfilz --- fast zu gut. Ich würde sagen: so neu, der ist vermutlich nie benutzt worden.
Das ist bei den 264ern nicht so selten. Diese Computer waren als Low-Cost-Alternative zum C64 gedacht, um den Markt unterhalb dessen Preisbereich zu bedienen. Im Zuge der chaotischen Situation nach dem Abgang des Commodore-Gründers Jack Tramiel wurde vom restlichen Management aber beschlossen, diese Computer teurer zu verkaufen. Ergebnis: falscher Preis, falsches Timing, falscher Markt.
Technisch sind C16, C116 und Plus/4 innen sehr ähnlich. Alle drei haben den TED-Chip, der Video und Sound übernimmt --- und nebenbei noch eine Reihe weiterer Aufgaben (Tastaturpuffer, Timer, DRAM-Refresh-Taktgenerator, DMA-Signalisierung, ROM-Adresskodierer). Besonders auffällig: 121 Farben. Die seltsame Zahl kommt daher, dass TED 16 Farben in 8 Helligkeitsstufen darstellt und Schwarz dabei achtmal gleich aussieht. Damit ist die Anzeige deutlich farbenfroher als beim C64.
Aber: keine Sprites. Das macht die Maschine für viele Spiele ungeeignet --- und erklärt vermutlich, warum dieses Exemplar so neu aussieht: wahrscheinlich gekauft, kurz ausprobiert, festgestellt „damit kann man nicht spielen“ --- und ab ins Regal.
Viel zu reinigen gab es nicht --- aber reinschauen muss man trotzdem.
Erstmal kurz getestet, ob er noch klappt. Das Ergebnis war unspannend: läuft. Und bei vielen Computern wäre die Geschichte hier schon zu Ende --- aber nicht beim C16.
Denn sowohl C16 als auch C116 haben drei große, strukturelle Probleme. Und genau die wollte ich bei diesem Exemplar beseitigen: (1) ein wirklich unglaublich schlechtes Netzteil, (2) ein massives Hitzeproblem (vor allem CPU und TED), (3) viel zu wenig Speicher (16 KB sind in der Praxis ein Witz).
Netzteil entsorgen, RAM auf 64 KB, Kühlkörper drauf.
Das originale C16-Netzteil ist legendär schlecht. Es fällt nicht nur gerne aus --- es kann dabei auch den Computer beschädigen. Und als Steckernetzteil hat es noch einen Bonus: Die Pins, die in die Euro-Steckdose gehen, brechen innen gerne mal ab. Kurz: Das Netzteil ist Müll. Also direkt durch ein modernes Steckernetzteil ersetzt. Fertig.
Jetzt zur größten Sache: Speicher. Die CPU ist die gleiche wie beim Plus/4, der ja auch mit 64 KB kommt. Beim C16 müssen nur die beiden 4×16kbit-DRAMs durch 4×64kbit-DRAMs ersetzt werden --- am besten mit Sockel darunter. Danach müssen nur noch zwei Adressleitungen angeschlossen werden (unter dem Board mit zwei Kabeln und zwei durchtrennten Brücken). Ergebnis: oben sieht alles sauber aus, aber der C16 hat endlich 64 KB.
Zusammenbauen, Tastaturtest, Spiele, Datasette, Lernprogramm.
Danach schrauben wir den Computer wieder zu und testen mal, ob alles klappt (img7). Man sieht die Ausgabe vom Textprogramm, es werden drei Fehler gemeldet --- aber die sind nur da, weil ich die Tasten nicht wie angefordert gedrückt oder den Joystick bewegt habe. Dafür machen wir lieber direkt den ausführlichen Tastatur-Test (img8): Matrix für alle Tasten, alles ist ok in grün.
Thumbnails anklicken: groß öffnen, Navigation mit Pfeilen.
Alle Retro-Seiten auf einen Blick.
Fotostrecke: Akkulauge, Reinigung, Reparaturen, Tests.